10/11/2011

Reiseziel Bilbao

© sbego - Fotolia.com

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Wegen seines gemäßigten Klimas ist Bilbao im Sommer wie im Winter sehr attraktiv für Touristen. Die einst krisengeschüttelte baskische Industriestadt Bilbao hat sich inzwischen zu einer Stadt mit einladender Lebensqualität entwickelt. Die ganze Stadt bietet Raum zum Flanieren und Verweilen. Das merkt der Besucher schon bei einem ersten Spaziergang am neu gestalteten Flussufer der Ria de Bilbao oder durch die großzügig begrünte Innenstadt.  

Die gelassene Freundlichkeit der Bilbainos können Sie am besten bei einem abendlichen Kneipenrundgang erleben. Dabei können Sie das Pintxo-Lokal (Tapas-Bar auf baskischer Art) in der Altstadt besuchen. Hier sind die Wirte stolz, die originellsten Pintxo-Variationen zu kreieren. Schon bald werden Sie feststellen, dass sich ein Besuch Bilbaos lohnt – allein wegen der hervorragenden regionalen Küche, die feines Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte zusammenführt, und den spritzigen Weißweinen.  

In Bilbao gibt es aber auch Kunstgenuss auf hohem Niveau – Kunstliebhaber können zum Beispiel die aktuelle Ausstellung der Bildhauer Constantin Brancusi und Richard Serra besuchen. Sie erhöht den Reiz dieses Reiseziels ungemein. 

Heute steht Bilbao in erster Linie für den sogenannten „Guggenheim-Effekt“. Ende der neunziger Jahre begann der Aufstieg der Industriestadt zur international bedeutsamen Kunst- und Architekturmetropole. Unter Anderem verfügt die Stadt über eine 15 Kilometer lange „metropolitana“ – eine U-Bahn-Strecke, die das Umland mit Bilbao, der Hauptstadt der Provinz Biskaya, verbindet. Die U-Bahn-Eingänge sind großzügig mit Kristallglas überdacht und gelten architektonisch als besonders gelungen. Von Norman Foster entworfen werden sie von den Einheimischen „Fosteritos“ genannt.

In den vergangenen zwanzig Jahren leistete sich Bilbao einige moderne Architekturentwürfe, die selbst wie die Bilder einer nur temporären, aber spektakulären Ausstellung im städtischen Raum wirken. Im Empfangsbereich dieser Architektur-Schau findet sich der nur neun Kilometer vom Stadtzentrum entfernte flügelartige, weiße Flughafen, der von Santiago Calatrava entworfen wurde. Im Hauptgang der Ausstellung – an der Ria de Bilbao – spannt sich Calatravas leuchtend weiß und spielerisch daherkommende Fußgängerbrücke aus Glas und Stahl auf und setzt die gläsernen Bürotürme des japanischen Architekten Arata Isozaki gekonnt in Szene. Der Titan-Glas-Kalkstein-Koloss des Guggenheim Museums erhebt sich in unmittelbarer Nähe.
 
Trotz Spaniens Wirtschaftskrise hält der Wandel Bilbaos von einer rostenden Industriedeponie zum Kulturmagneten an. 2010 haben über eine Million Menschen die Stadt besucht. Eine positive Perspektive zeigt sich auch für die Zukunft.