Lufthansa goes billig
Wer mit Lufthansa fliegt, macht es nicht, weil die Preise so günstig sind, sondern weil Komfort, Leistung und Service eine entsprechende Qualität vermittelt, die die Billigfliegern immer mehr vermissen lassen. Dass die Lufthansa trotz der höherer Ticketpreise immer noch wirtschaftlich und finanziell gut am Markt positioniert ist, verdeutlicht, dass nicht nur der Preis entscheidet.
In Zukunft müssen sich die Anbieter von Billigflügen wohl weiter sorgen machen und um ihr einiziges “Prunkstück” bangen: den billigen Preis! Denn der Konzert hat jüngst angekündigt, dass bald auch mit Lufthansa günstig geflogen werden kann und das nicht auf Kosten der Qualität. Am neuen Großflughafen BBI in Berlin-Schönefeld wird die Lufthansa nach Eröffnung im kommenden Jahr in den Preiskampf mit der Billigflieger-Konkurrenz eintreten: für 49 Euro sollen dann Barcelona, Paris oder Stockholm angeflogen werden. Im Gegensatz zu Air-Berlin, Ryan-Air und co soll mit dem Preis aber alles abgedeckt sein. Extrakosten für Gepäck, Essen oder Getränke sollen nicht erhoben werden. Auch zum Teil versteckten Gebühren einiger Anbieter, wie für Kreditkartenbezahlung, soll es nicht geben.
Um bei dem Preiskampf nicht finanziell ins Hintertreffen zu geraten, soll an anderer Stelle gespart werden: niedrigere Löhne sollen dafür sorgen. Vor allem beim Kabienenpersonal soll die Lohnschraube kräftig gedreht werden. 20 Prozent weniger sollen Leiharbeiter mit befristeten Verträgen bekommen. Bis zu 200 neue Stewardessen sowie Stewards sollen derart angestellt und bezahlt werden, die damit aber immernoch etwas über dem entsprechendem Lohnniveau liegen sollen. Auch bei der Entlohnung von Piloten wird nach einer Senkung und somit einer Ersparnis gesucht. Dennoch sollen vertraglich bestehende Gehälter unberührt bleiben.
Was der Gewerkschaft der Flugbegleiter (UFO) sauer aufstoßen wird, kann den Kunden nur Recht sein. Zumal der Ärger über die vermeintlichen Billigflieger stetig zunimmt und mit immer mehr Zusatzkosten am Ende so gar nicht mehr so billig sind. Und die Lufthansa will noch mehr bieten: 15 maximal zwei Jahre alte und zum Teil fabrikneue Maschien sollen von Schönefeld aus 30 neue Ziele anfliegen. Und auch Direktflüge nach Chicago und New York sind geplant. Neun Gates und 32 Schalter sowie eine 100 Quadratmeter große Wartehalle nur für Lufthansa-Passagiere, sollen noch mehr für Komfort und Reisevergnügen tun.