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Zwischen Tradition und Moderne: Auf den Spuren von Jesus quer durch das geheiligte Land dank GPS und Konsorten. Der Jesustrail ist eine fünftägige Tour durch das nördliche Israel, jenseits von Touristen, Souvenirläden, Falafelständen und Reisebussen. Denn viele gläubige Christen sind enttäuscht von Israel: Statt die heiligen Stätten der Bibel zu entdecken, stehen sie im All-You-Can-Eat-Buffett mit pöbelnden Engländern Schlange oder quetschen sich mit viel zu vielen anderen Besuchern in irgendeine Kirche. Um das Bedürfnis vieler Reisenden zu stillen, das Heilige Land ganz persönlich kennenzulernen, haben der jüdische Betreiber eines Gästehauses in Nazareth und sein christlicher Freund aus US-Amerika vor etwa drei Jahren damit begonnen, den heutigen Jesustrail zu planen: Also eine Wanderroute, die den Spuren von Jesus ab Nazareth nach Kapernaum folgt. 65 Kilometer sind es geworden, fünf Tage braucht man durchschnittlich. Dazu buchen kann man direkt einen Tourguide und Übernachtungen.
Quer durch den oft recht kargen Norden Israels führen Wegmarkierungen aus zwei weißen Streifen mit einem orangenen in der Mitte – das bedeutet, sie befinden sich auf den Spuren von Gottes Sohn. Am ersten Tag geht es über eine Straße, die einst die Römer gebaut haben sollen. Der zweite Tag des Jesustrails führt über Feldwege, Olivenbäume und verschlafene Pferde säumen den Weg. Schließlich kann man am Horizont schon Kana entdecken, einen Ort, der auch im Neuen Testament erwähnt wird. Dort fand einst eine Hochzeit statt, zu der auch Maria, Jesus und seine Jünger eingeladen waren. Sandfarbene, zweistöckige Häuser, die sich dicht an einen Hang drängen, dominieren das Stadtbild von Kana heute.
400 kleinere Gruppen waren seit Jahresbeginn 2011 schon auf dem Jesustrail unterwegs, darunter besonders viele Deutsche und Amerikaner – Tendenz steigend. Dennoch ist und wird der Jesustrail noch lange ein Gegenentwurf zum Touri-Urlaub bleiben: Hier zeigt sich Israel in seiner ganzen Vielfalt und von ganz unbekannten Blickwinkeln her.