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19/01/2012

Pilgerreise: Der Jakobsweg

Jakobsweg © ossibaer81 - Fotolia.com

Jakobsweg © ossibaer81 - Fotolia.com

Schon seit mehr als 1000 Jahren führt der Jakobsweg in der spanischen Stadt Santiago de Compostela Pilger aus aller Welt zum Grab des Apostels Jakobus. Der bekannteste Pilgerweg der Welt, besteht eigentlich aus vielen Wegen, die schon beim Verlassen der Haustür beginnen. Im Laufe der Jahrhunderte bildeten sich einige Routen mit eigenen Namen, die sehr wichtig wurden, da sie die Pilger aufgrund der Infrastruktur anderen Strecken bevorzugten.

Üblicherweise versteht man unter dem “Jakobsweg” den Hauptweg durch Nordspanien mit Namen Camino Francés, dessen Anfang in den Pyrenäen liegt. Weiter führt der Camino Francés durch verschiedene Königsstädte, dazu gehören Jaca, Pamplona, Estella, Burgos und León, und endet also in Santiago de Compostela. Der zum Camino Frarncés führende wichtigste Weg wiederum, ist die Via Podiensis, die durch Frankreich führt.

Mittlerweile gibt es jedoch auch zahlreiche andere Möglichkeiten, aus einem Netz von bekannten als auch wenig bekannten Wegen, Haupt- und Nebenrouten in Europa. Sie allesamt beginnen an anderen Orten und führen gleichsam nach Santiago de Compostela.

Um sich an das offzielle Pilgern zu halten, muss der Weg eigentlich zu Fuß, mit Pferd oder Esel beschritten werden, mittlerweile jedoch kommen 17 % der Pilger, die Santiago erreichen, mit dem Rad an. Hierbei gilt es, mindestens 200 Kilometer mit dem Rad zurückzulegen, doch wählen die meisten längere Strecken für ihre Pilgerreise. Oftmals wird das Rad in Saint-Jean-Pied-de-Port, wo die eigentliche Hauptroute des Jakobswegs beginnt, oder in Pamplona bestiegen.

Doch egal, ob zu Fuß, zu Pferde oder mit dem Rad -das Wetter spielt bei Antritt des Jakobswegs keine unerhebliche Rolle. Von Dezember bis März ist es den meisten noch zu kalt, um mit starken Schneestürme auf den Pyrenäen und nur vereinzelt geöffneten Herbergen, den Weg zu bestreiten. Von Juli bis September wiederum ist es besonders auf dem mittleren Teil des Weges sehr heiß, der nur wenig  Schatten birgt. Deshalb sind Frühling oder Herbst die besten Zeiten, um am Camino Francés anzutreten.

04/11/2011

Das Yotel in Manhattan im Test

Wer ein Hotel in New York bucht, muss damit rechnen, dass der Preis zu hoch oder der Komfort zu niedrig ist. Das Yotel in Manhattan kann man sich allerdings leisten und kriegt dafür insgesamt ein schickes, kleines Zimmer in der Nähe des Times Square. Nur zehn Minuten sind es zu Fuß.

Das Designkonzept des Hotels erinnert an eine futuristische Raumstation: zum Einchecken gibt es Touchscreens, alles ist sehr steril gehalten, viel Weiß – neben Lila und Grün, den Firmenfarben. Wenn das Selbsteinchecken aber nicht klappt, kann man sich an die “Mission Control” im vierten Stock wenden, der eigentlichen Rezeption mit neuem Namen. Alles können Computer dann doch nicht regeln. Wer keine Lust hat, sein Gepäck nach dem Einchecken selber auf’s Zimmer zu schleppen, kann den “Yobot” damit beauftragen, einen Gepäckroboter mit langem Greifarm.

Vorbild für die Ausstattung der Zimmer ist die Erste Klasse in Flugzeugen: wenig Raum, doch viel Komfort. Das Bett lässt sich etwas zur Hälfte die Wand hoch rollen und wird so zur Couch. Es gibt eine kleine Küche, einen Fernseher, die Luxus-Zimmer verfügen sogar über einen Whirlpool. Außerdem hängen überall viele Spiegel, um die Räume größer wirken zu lassen, auch wenn sie nur 15 Quadratmeter umfassen. Hauptsächlich richtet sich das Konzept des Hotels an Besucher, denen Backpacker-Hostels zu einfach und andere zentral gelegene Hotels zu teuer sind. Die Zimmer kosten nur halb so viel wie in der Nähe vom Times Square üblicherweise. Der Ausblick ist dafür auch nicht so toll, man kann zum Beispiel die Glasfassade des Nebengebäudes bewundern.

01/11/2011

Pilgerreise durch Israel

 

© Nancy Olson - Fotolia.com

© Nancy Olson - Fotolia.com

Zwischen Tradition und Moderne: Auf den Spuren von Jesus quer durch das geheiligte Land dank GPS und Konsorten. Der Jesustrail ist eine fünftägige Tour durch das nördliche Israel, jenseits von Touristen, Souvenirläden, Falafelständen und Reisebussen. Denn viele gläubige Christen sind enttäuscht von Israel: Statt die heiligen Stätten der Bibel zu entdecken, stehen sie im All-You-Can-Eat-Buffett mit pöbelnden Engländern Schlange oder quetschen sich mit viel zu vielen anderen Besuchern in irgendeine Kirche. Um das Bedürfnis vieler Reisenden zu stillen, das Heilige Land ganz persönlich kennenzulernen, haben der jüdische Betreiber eines Gästehauses in Nazareth und sein christlicher Freund aus US-Amerika vor etwa drei Jahren damit begonnen, den heutigen Jesustrail zu planen: Also eine Wanderroute, die den Spuren von Jesus ab Nazareth nach Kapernaum folgt. 65 Kilometer sind es geworden, fünf Tage braucht man durchschnittlich. Dazu buchen kann man direkt einen Tourguide und Übernachtungen.

Quer durch den oft recht kargen Norden Israels führen Wegmarkierungen aus zwei weißen Streifen mit einem orangenen in der Mitte – das bedeutet, sie befinden sich auf den Spuren von Gottes Sohn. Am ersten Tag geht es über eine Straße, die einst die Römer gebaut haben sollen. Der zweite Tag des Jesustrails führt über Feldwege, Olivenbäume und verschlafene Pferde säumen den Weg. Schließlich kann man am Horizont schon Kana entdecken, einen Ort, der auch im Neuen Testament erwähnt wird. Dort fand einst eine Hochzeit statt, zu der auch Maria, Jesus und seine Jünger eingeladen waren. Sandfarbene, zweistöckige Häuser, die sich dicht an einen Hang drängen, dominieren das Stadtbild von Kana heute.

400 kleinere Gruppen waren seit Jahresbeginn 2011 schon auf dem Jesustrail unterwegs, darunter besonders viele Deutsche und Amerikaner – Tendenz steigend. Dennoch ist und wird der Jesustrail noch lange ein Gegenentwurf zum Touri-Urlaub bleiben: Hier zeigt sich Israel in seiner ganzen Vielfalt und von ganz unbekannten Blickwinkeln her.